Um der Forderung nach der Einrichtung einer Dokumentationsstätte Nachdruck zu verleihen, wurde im Juni 1999 der Verein gegründet. Es wurden Kontakte zur Gedenkstätte Flossenbürg, dem Bezirk Mittelfranken und der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit (Kultusministerium) aufgenommen. Die Idee einer Dokumentationsstätte findet in der Öffentlichkeit breites Interesse.
Bisher stützen sich alle Veröffentlichungen über das KZ Hersbruck auf Berichte von Häftlingen, Gerichtsprotokolle und das Tagebuch eines Wachsoldaten (Pfarrer Hans-Friedrich Lenz berichtet in seinem Buch "Sagen Sie, Herr Pfarrer, wie kommen Sie zur SS?" über die Erlebnisse im KZ Hersbruck). Eine wissenschaftlich-historische Quellenforschung fand bisher noch nicht statt. Eine solche zeitaufwendige Tätigkeit kann nicht ehrenamtlich von den Vereinsmitgliedern geleistet werden. Daher beschäftigte der Verein bis August 2003 eine ABM-Kraft. Es wurden Archive in Flossenbürg, München, Berlin, Freiburg, Koblenz u. a. durchforstet. Wir wissen, dass auch im Nationalarchiv in Washington Unterlagen und Dokumente vorhanden sind, die von Elmer Luchterhand recherchiert worden sind. Eine wissenschaftliche Aufarbeitung dieser Dokumente ist uns aus finanziellen Gründen nicht möglich.
Der Verein hatte für die Arbeit der ABM-Kraft ein Forschungs- und Rechercheprojekt konzipiert.
Die Ziele sind nach wie vor:
- Archivierung der Berichte von Häftlingen und Zeitzeugen für die Nachwelt
- Quellenforschung in öffentlichen und Firmenarchiven
- Aufbau eines Informationsnetzwerkes zu den Organisationen ehemaliger Häftlinge in Europa wie z. B. „Association de Deportés du Camp de Concentration de Flossenbürg et Kommandos“ in Paris und auch Einbeziehung einzelner ehemaliger Häftlinge
- Erfassung aller am Bau der unterirdischen Fabrik beteiligten Firmen
- Recherche der Todesmärsche nach Dachau und Bad Tölz
- Veröffentlichung der gesammelten Fakten, Daten und Berichte in Form einer Ausstellung
- Veröffentlichung eines Buches über die Geschichte des KZ und des geheimen Rüstungsprojektes "Dogger" (1. Auflage 2003/2. Auflage 2007)
Die Stadt Hersbruck hat seit 2001 die Räume im "Wildzirkelturm" der Geschäftsstelle zur Verfügung gestellt.
Der Verein beschäftigt seit September 2003 nur noch stundenweise eine Bürokraft. Alle anderen Arbeiten werden ehrenamtlich geleistet.
