Marita Münster: Doggerstollen in Happurg!

Ursprünglich sollte die KZ-Gedenkstätte als Informationsort durch die Stiftung Bayerische Gedenkstätten in Happurg auf dem Plateau vor dem Eingang zu Stollen H entstehen (Bild) – als Stahlkonstruktion, die das Stollensystem nach außen gekehrte en miniature abbildet.
Die neue Version fällt etwas kleiner aus – und wird in der Nähe des Kriegerdenkmals am Rand der Wohnsiedlung errichtet.
Foto: J. Ruppert

HAPPURG ? Ursprünglich sollte eine größere Stahlkonstruktion direkt vor dem Eingang ?H? des Doggerstollens in Happurg aufge­stellt werden. Im Oktober 2011 wurde diese Version dem Happurger Gemeinderat vorge­stellt. Die Räte wollten sich zwar keines­falls der Idee verschließen, aber Einwände und Bedenken gab es vielfach. Jetzt haben sie eine neue Variante abge­segnet.
Schon vor zwei Jahren gab es den Hinweis auf nicht geeignete Bodenbeschaffenheit, schwer zugäng­liches Gelände, die Erforderlichkeit von massiven Rodungen, auch auf Privatbesitz, und Ähnliches mehr. Ein Hauptbestandteil der Planung ist es, dass eine Sichtachse von der KZ-Gedenkstätte Hersbruck zur Gedenkstätte Happurg herge­stellt wird. Dafür hätten etliche Bäume gefällt werden müssen.
Doch Ulrich Fritz und Dr. Jörg Skriebeleit von der Bayerischen Gedenkstättenstiftung, sehen diese beiden Orte des dama­ligen Geschehens als untrennbar mitein­ander verbunden. In Hersbruck waren die KZ-Häftlinge seinerzeit unter­ge­bracht, den Weg zur Houbirg nach Happurg mussten sie täglich zurück­legen, um in den Doggerstollen für ein Rüstungsprojekt zu arbeiten.
Zunächst wurde geprüft, ob nicht das Stollensystem, wenigstens teil­weise, den Besuchern zugänglich gemacht werden kann. Doch aus Sicherheits- und Artenschutz-Gründen (Lebensraum für Fledermäuse) ist das unter­ir­dische Stollensystem dafür nicht geeignet.
In der jüngsten Gemeinderatssitzung erläu­terten nun Ulrich Fritz und Dr. Jörg Skriebeleit die neuen Pläne. Eine kleinere Version des ursprüng­lichen Modells soll demnach auf einem gemein­de­ei­genen Grundstück am Südring errichtet werden – am Fuß des Wanderwegs, der zum Stollenzugang ?H? hinauf­führt. Der Vorteil ist, dass diese Plattform nahezu barrie­refrei ist. Die Fachleute begründen die Standortwahl mit der Sichtbeziehung zum ehema­ligen Lagergelände in Hersbruck. An dieser Stelle hat die Gemeinde ein Abfanggitter errichtet, um Laub und Geröll von der Straße fern­zu­halten. Diese Vorrichtung würde nicht von den Planungen außer Funktion gesetzt.
Am vorderen Ende der Plattform wird durch einen Stahlbau (1,20 Meter breit und 2,40 Meter hoch) der Sichtbezug zwischen Happurg und Hersbruck herge­stellt, so die Planung. Am Ende des Baus lenkt eine Aussparung den Blick der Besucher nach Hersbruck. Innerhalb des Stahlbaus wird der Bezug durch Audioelemente verstärkt. Ehemalige Häftlinge werden hier, mittels durch­lau­fender Tonschleife, von ihren Erfahrungen berichten.
Folgt der Besucher dem Blick aus dem Stahlbau, wird er auf eine Vitrine aufmerksam. Dort sollen Exponate des Vereins Dokumentationsstätte KZ Hersbruck gezeigt werden – ein Bohrhammer und andere Werkzeuge, aber auch ein Essgeschirr, das ein Häftling auf der Baustelle benutzte. Das dritte Element auf der Plattform bildet ein Modell des Stollensystems. Es wurde in einem Ausbauplan vom März 1945 doku­men­tiert. Dieses dritte Element der Stollennachbildung basiert auf dem Gedanken, den Stollen, wenn man schon nicht in ihn hinein­gehen kann, nach außen zu holen und ihn so sichtbar zu machen. Die Stiftung Bayerische Gedenkstätten verhandelt zurzeit mit der Gemeinde Happurg über eine Erbbau-Regelung für das Gelände. Hersbruck habe schon Zustimmung signa­li­siert, ließen die Fachleute verlauten. Die Zugänglichkeit des histo­ri­schen Ortes soll dadurch nach­haltig gesi­chert werden.
Von den Gemeinderäten kamen etliche Fragen. Zum einen machten sie sich Gedanken über die Parkplatz-Situation, über die Instandhaltungs- und Reinigungsarbeiten, aber auch über so profane Dinge wie den Toilettenbedarf. Fritz und Skriebeleit versi­cherten, dass sich die Unterhalts- und Reinigungsarbeiten auf ganz nied­rigem Niveau bewegen würden. Von ihnen kam der Vorschlag, dass die Toiletten auf dem nahe gele­genen Friedhof genutzt werden könnten. Mit dieser Lösung wollten sich aller­dings die Gemeinderäte nicht so recht anfreunden.
Der Gemeinderat billigte das geän­derte Konzept einstimmig. Allerdings besteht die Notwendigkeit, die Parkplatz- und Toilettensituation noch in die Planung aufzu­nehmen. Dabei soll auch die Erbbauregelung einfließen.
Neues Konzept für Happurger KZ-Gedenkstätte: N‑Land.de – d… http://n‑land.de/hersbrucker-zeitung/lok-detail/datum/2013/07/0…

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