Auslobung Hersbruck 2021/22

Aktuelles zum Wettbewerb

Aktuelles zum Wettbewerb

Die Jury hat entschieden – Nominierte dürfen jetzt an die Realisierung ihrer Ideen gehen

Zum Wettbewerb einge­reicht wurden insgesamt 43 Projekte. Davon kamen 34 von Künstler*innen, neun Einreichungen von Schulen. 
Die Jury hat nun die Einreichungen von den Künstler*innen und den Schulen getrennt. 30 Künstler*innen wurden nomi­niert und dürfen in die Realisierungsphase gehen.
Ebenso alle Schulen.
Nun ist es an den Ideengeber*innen zu prüfen, ob das Projekt auch umsetzbar bzw. reali­sierbar ist. In den kommenden Monaten heißt es also sich um alles zu kümmern, was neben dem Kunstobjekt oder der Performance nötig ist für eine Sichtbarmachung. 
Die Wettbewerbskoordinatorin steht für Fragen gerne zur Verfügung.

Einreichungsfrist ist beendet – Einreichungen über­treffen die Erwartungen

Es war richtig spannend….
Und auch ein wenig nervös waren die Mitglieder der Projektgruppe, welche Ideen und Vorschläge beim dem ausge­lobten Wettbewerb wohl eingehen werden. Schließlich ist es kein einfaches Thema und die ausge­gebene Bandbreite ein weites Feld. Das Projekt ErinnerungsRÄUME  lobt einen Kunstwettbewerb aus, der sich mit den Orten der NS-Zeit im Nürnberger Land beschäftigt.

Am 31.10. um 24 Uhr konnten aber alle aufatmen. Insgesamt 34 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und 9 Schulen haben ihre Ideenskizzen aus den verschie­densten Genres einge­reicht. Neben der Bildenden Kunst sind überaus span­nende Beiträge aus der Bildhauerei und der Konzeptkunst einge­gangen, genauso wie aus den Bereichen Performance, Ausdruckstanz, Literatur, Poesie, Film, Video und Musik, von der Klavierkomposition bis zu Mp3-Aufnahmen.

Das Spektrum der Teilnehmenden reicht von Künstlern über Architekten, Musiker, Literaten, Landschaftsplaner bis zu Vereinen aus der Hersbrucker Region.
Damit haben sich die ersten Ziele der Planungsgruppe ErinnerungsRÄUME hinsichtlich der Anzahl der Bewerberinnen und Bewerber als auch der Vielfalt der Einreichungen absolut erfüllt. „Die Qualität der Einreichungen kann man nach der ersten Sichtung als durchaus sehr hoch einstufen“, so die Verantwortlichen.

Wie geht es weiter?
Nach Zusammenstellung aller Einreichungen heißt es nun für die acht­köpfige Jury die passenden Ideen auszu­wählen und zu nomi­nieren. Die Juroren sind allesamt Expert:innen aus Kunst, Kultur und Historik und haben nun die Aufgabe die Projekte zu sichten und sie an den Hauptauswahlkriterien zu messen. Erinnerungskultur, Zukunftsfähigkeit, demo­kra­tische Impulse, Beschäftigung mit einem der fünf Orte des „Verbrechens und Leidens“ fließen in die Beurteilung mit ein, genauso wie Partizipation und Kooperation. Ende November wird in einer letzten Diskussionsrunde mit der Projektgruppe das Auswahlverfahren abge­schlossen und die Nominierten benachrichtigt.

Diese haben dann bis April 2022 Zeit, Ihre Ideen zu reali­sieren. 

 Wissenstransfer im Vorfeld
Im Vorfeld wurden Bus-Rundfahrten zu den fünf Orten des „Verbrechens und Leidens“ (KZ-Gelände Hersbruck, Häftlingsweg, Hubmersberg, Doggerstollen und Schupf) ange­boten, die von den Interessierten zahl­reich in Anspruch genommen wurden. Dazu haben die Mitglieder des Vereins Dokumentationsstätte Hersbruck e.V. einen wich­tigen Teil beigetragen. Bei den Rundfahrten haben sie ihr fundiertes Wissen über die Orte und die NS-Zeit weiter­ge­geben und umfassend infor­miert.
Interessante Gespräche und Kooperationen zwischen den Teilnehmern waren ein überaus posi­tiver Nebeneffekt.

Dokuverein trifft sich mit BMW

Die Bayerischen Motorenwerke standen in ihren Anfängen nicht für chrom­blit­zende Karossen, sondern  für quali­tativ hoch­wertige Flugzeugmotoren. 1944 produ­zierte die Firma mehr als 50.000 Motoren vom Typ 801 in München-Allach. Da die Gefahr einer Bombardierung immer größer wurde, wollte das Reichsrüstungsministerium das Werk nach Hersbruck bzw. nach Happurg unter Tage in die Doggerstollen verlagern. Im Werk in Allach wurden Zwangsarbeiter einge­setzt, in Hersbruck verloren KZ-Häftlinge ihr Leben beim Bau der Stollenanlage in der Houbirg.

Ort der Erinnerung im Museum
Im Rahmen des derzeit laufenden Kunstwettbewerbs ErinnerungsRÄUME besuchte eine Delegation aus den Mitgliedern des Projektteams und dem Vorsitzenden des Dokuvereins das BMW Museum in München. Ziel war es sich mit BMW auszu­tau­schen und neue Erkenntnisse zu gewinnen über die Beteiligung des Werkes in den Doggerstollen.
Mitten im Museum erinnert heute ein Ort der Erinnerung an die verbre­che­rische und leid­brin­gende Verquickung mit den Zielen des Nationalsozialismus.
Fred Jakobs, Leiter des BMW Group Archivs, Dr. Andreas Braun, Kurator des BMW Museums und Klaus-Anton Altenbuchner, Kurator der Zwangsarbeiter-Ausstellung erläu­terten den Gästen, dass BMW im In- und Ausland heute auf die Einhaltung der Menschenrechte verpflichtet sei.
Obwohl es an den Produktionsstätten von BMW in aller Welt große Unterschiede gäbe, was die Auseinandersetzung mit den Werten der “Menschlichkeit” angehe, habe die Würde des Menschen nach Art. 1 der bundes­deut­schen Verfassung Vorrang. Transparenz im Umgang mit der Schreckens-Geschichte gehöre zur Firmen-Philosophie und zahle sich letzten Endes auch wirt­schaftlich aus.

Vortrag im Rahmen des Kunstwettbewerbs
In einem Gespräch wurde vereinbart, dass BMW und der Dokuverein Archivmaterial austau­schen und BMW bei der Digitalisierung des Materials in Hersbruck behilflich sein wird.
Während der Ausführungsphase des  Wettbewerbs wird Fred Jakobs einen Vortrag über BMW in der NS-Zeit in Hersbruck halten.

v.l.n.r. Petra Hofmann, Klaus Petersen, Thomas Wrensch, Dr. Andreas Braun, Fred Jakobs, Klaus-Anton Altenbuchner, Theresa Senger, Christl Schäfer-Geiger

Einladung und Wettbewerbsvorbereitung mit der 3. Rundfahrt

Termin: Donnerstag, 30.09.2021

Ein genaue Beschreibung finden Sie hier als PDF‑Dokument: 3. Rundfahrt

Kunstwettbewerb erhält Förderpreis der Raiffeisenbank Hersbruck

Der Kunstwettbewerb ErinnerungsRÄUME ist ein Herzensprojekt. Genau dafür hat die Raiffeisenbank ihren dies­jäh­rigen Förderpreis ausge­schrieben. Der Verein durfte einen Scheck über 500 Euro in Empfang nehmen. Mit dem Geld wird die Durchführung des Projektes unterstützt. 

 

v.l.n.r. Oliver Vogel, Leiter Vertrieb und Marketing,
Klaus Petersen, Projektleiter Kunstwettbewerb,
Swen Heckel, Vorstandsvorsitzender Raiffeisenbank Hersbruck eG

Imagefilm zum Kunstwettbewerb -
ErinnerungsRÄUME

23. Juli 2021 | Vortrag von Thomas Wrensch -
“Die Orte des Leidens und der Verbrechen”

23. Juli 2021 | Vortrag von Alexander Schmidt -
Bilder und Thesen zu Charakter und Bedeutung des Nationalsozialismus für das Kunstprojekt in Hersbruck 2021

15. Juli 2021 | Die DGB-Jugend Mittelfranken unter­stützt das Projekt .….. mehr lesen >

Die DGB-Jugend Mittelfranken unter­stützt das Projekt als ideelle Förderer in der Tradition der DGB-Jugend Bayern, die 1983 den Erinnerungsstein mit der Inschrift „“Wer sich des Vergangenen nicht erinnert, ist dazu verur­teilt, es noch einmal zu erleben” setzte, gegen den viel­fäl­tigen Widerstand vieler Politiker in der Region, aber auch mit breiter Unterstützung der Menschen in der Region.

„Liebe Freund:innen des Kreisjugendrings Nürnberger Land,

wir möchten euch auf ein Projekt des Vereins Dokumentationsstätte KZ-Hersbruck (Orte des Leidens und der Verbrechen – Verpflichtung zur Menschlichkeit) aufmerksam machen und bitten euch, um Verteilung an die Mitgliedsorganisationen.

 

Als DGB Jugend ist uns das Erinnern und Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus eine Herzensangelegenheit. In Hersbruck wurden ca. 10.000 Menschen zur Zwangsarbeit unter furcht­baren Zuständen inhaf­tiert, ca. 4.000 von ihnen starben. Viele Menschen unter­schied­licher Herkunft und Lebensweisen, sozial Schwache, Homosexuelle, aber auch Gewerkschafter:innen und poli­tisch Verfolgte, Widerstandskämpfer:innen etc. waren unter ihnen. Bereits 1983 hat die DGB Jugend Bayern einen Gedenkstein auf dem Gelände des ehema­ligen Außenlagers setzen lassen. Der nun im Rahmen des Projektes initi­ierte Kunstwettbewerb ErinnerungsRÄUME gibt auch jungen Menschen die Möglichkeit, kreativ zum Thema Erinnern Zugang zu finden, sich mit den Verbrechen des Nationalsozialismus ausein­ander zu setzen und Ideen für die Gestaltung unserer demo­kra­ti­schen Werte zu entwi­ckeln. Wir würden uns sehr freuen, wenn aus dem Nürnberger Land Jugendorganisationen diese Chance nutzen möchten und sich beteiligen!“

Solidarische Grüße,
Denise Kießling
Jugendsekretärin

 

DGB Region Mittelfranken
Kornmarkt 5–7
90402 Nürnberg

Hier finden Sie Informationsblätter zu den einzelnen “Orten”.

Infoblatt 1
Infoblatt 1

KZ Gelände Hersbruck

Infoblatt 2
Infoblatt 2

KZ-Doggerwerk, Happurg

Infoblatt 3
Infoblatt 3

Häftlingsweg

Infoblatt 4
Infoblatt 4

Schupf

Infoblatt 5
Infoblatt 5

Hubmersberg und Pommelsbrunn