Dokumentationsstätte KZ Hersbruck

Roger Caillé

Der Franzose Roger Caillé, geboren 1924, war Mitglied der Résistance. Er weigerte sich 1943, zur Zwangsarbeit nach Deutschland zu gehen, tauchte statt­dessen unter.

Im März 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet und über Toulouse und Compiègne nach Auschwitz verschleppt, dann über das KZ Buchenwald nach Flossenbürg. Am 15. Juni 1944 kam seine Gruppe fran­zö­si­scher Häftlinge zusammen mit Häftlingen aus anderen Nationen nach Hersbruck. Zuerst waren sie noch in Happurg untergebracht.

Roger wurde zum Bau der Bahnlinie und zum Stollenbau gezwungen. Er beschreibt später, wie die Lebens- und Haftbedingungen im Lager Hersbruck immer schlechter wurden.

“…ich habe einen Finger unter die Lore gelegt, und mir den Finger zerquet­schen lassen. Auf diese Weise war die Arbeit für mich zu Ende.…”

Anfang April 1945 wurde er mit dem ersten Transport zur Räumung des Hersbrucker Lagers im offenen Kohlewaggon nach Dachau gebracht, wo er am
29. April von ameri­ka­ni­schen Truppen befreit wurde.

Während vieler Jahre war Roger Caillé Mitglied der Association des Déportés de Flossenburg et Kommandos, die jährlich Hersbruck besuchte, der Opfer gedachte und an die Leiden der Menschen im KZ Hersbruck erin­nerte. Sie nannten es “pélé­rinage”, Pilgerreise. 2005 war er dabei, als ein Hinweisschild “Doggerstollen ” in Happurg ange­bracht wurde. Er starb am 28. Juli 2008. (nach P. Schön, Häftlingsbuch)

2003: Roger Caillé montiert das Schild zum Doggerstollen, anlässlich eines Besuches der “Association de Deportés du Camp de Concentration de Flossenbürg et Kommandos”; Gut erkennbar seine Häftlingsnummer aus dem KZ Auschwitz.  Um als arbeits­un­fähig einge­stuft zu werden, legt er einen Finger unter die Räder eines Förderwagens. Der Finger wurde ohne Narkose amputiert.