Kunstwettbewerb Hersbruck 2021/22

Hans Treuheit

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Hans Treuheit

Hans Treuheit

geb. 1950 in Neustadt/Aisch, seit 2002 in Hersbruck, früher Lehrer in Nürnberg (bis 1989 Labenwolf-Gymnasium, bis 2012 Hermann-Kesten-Kolleg). Beschäftigung mit Gedichten und Literatur, ein paar Veröffentlichungen.

In Hersbruck aktiv u.a. bei der Dokumentationsstätte KZ Hersbruck, dem Fränkischen Albverein, im Kammerorchester Pegnitztal (Cello).

Ab Sommer 2021 schrieb ich – auf Anraten meiner Frau Luise – Texte in lyri­scher Prosa für den Kunstwettbewerb ErinnerungsRÄUME nieder.

Das Thema des entstan­denen Büchleins Die grobe Körnung des Doggers wühlt mich seit Jahren auf. Eigene Gedichte und Textpassagen von Häftlingen sollen eine emotionale Annäherung an das Leiden und Sterben im Zusammenhang mit dem Lager Hersbruck ermög­lichen. Nach Art einer Collage sind auch Worte bekannter Dichter einge­ar­beitet. Das Umschlagfoto nahm ich im Frühjahr 2022 an der Doggerschicht der Houbirg auf.

Interessierte können das Büchlein bei den Veranstaltungen zum Wettbewerb, danach in der Geschäftsstelle des Doku-Vereins erhalten.

„Sie werden uns nicht vergessen.
Sie werden zunächst in Scham versinken,
wenn ihnen bewusst wird, was sie gemacht haben.
Aber dann – dann werden sie uns ein Denkmal setzen
und schwören, dass sie nie wieder solche Schande
dulden werden …“
waren die letzten Worte eines zwan­zig­jäh­rigen Belgiers,
der im Februar 1945 an Hunger und Typhus starb.

Bernt Engelmann, einst Häftling Nr. 28738 in Block 12,
im Vorwort zu Gerd Vanselows Facharbeit, Pfinzing-Gymnasium 1983

    Beispiel 1 aus „Die grobe Körnung des Doggers“:

    zu fern, zu nah

    damals
    sei es zu nah gewesen

    dann aber
    lag es schon so fern

    sagen sie

    unmöglich war und ist
    darüber zu sprechen

    hört man

    die Unfähigkeit
    zu trauern

    spürt man

      Beispiel 2 aus „Die grobe Körnung des Doggers“:

      Dem Andenken einer Frau

      „Meine Mutter hat Brot zwischen die Zaunlatten
      am Weg der Häftlinge gelegt und die haben sich
      drauf­ge­stürzt. Das war ein schreck­licher Anblick.“

      Eleonore Brunner

      Sie schaute nicht weg.
      Sie ließ sich nicht täuschen.
      Sie sah hungernde Menschen.
      Sie half, wo sie konnte.

      Wir gedenken
      dieser mutigen Frau
      in Zuneigung und Respekt.

      Im noch zu schrei­benden
      Testament, dem aller­neu­esten,
      wird sie bei der Witwe stehen,
      die ihre Scherflein opfert,
      nahe beim Barmherzigen Samariter.

      Lässt sich von einem Menschen
      Edleres sagen?

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